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Archiv: Stellen Karbon-Nanoröhrchen ein Risiko für Arbeiter in Schiffs- und Bootswerften und Bootseigner dar?

Seit einigen Jahren sind Antifouling-Beschichtungen auf dem Markt, welche Karbon-Nanoröhrchen (CNT) enthalten, um die Antifoulingwirkung zu verstärken. Werden diese Beschichtungen im Airless Sprühverfahren aufgebracht werden oder bei Entschichtungen trocken abgeschliffen können CNT in der Raumluft enthalten sein. Arbeiter in Schiffs- und Bootswerften sowie Booteigner sollten sich der Risiken dieser Exposition bewusst sein. Eine ständig wachsende Anzahl von Publikationen zeigt, dass Risiken bei einer Exposition bestehen, aber noch nicht vollständig geklärt sind. In einer jüngst erschienenen Publikation wurde berichtet, dass einwandige CNT eine krebsauslösende Veränderung in Lungenepithelzellen auslösen können. Die veränderten Zellen induzierten in Versuchen mit Mäusen Tumoren und zeigten sich resistent gegen den programmierten Zelltod, wie es für Krebszellen typisch sein kann (Wang et al. 2011). In zahlreichen Studien zeigte sich, dass CNT eine Reihe von Effekten auslösen können. Es bestehen daher Befürchtungen, dass berufliche, aber auch private Expositionen zu solchen Schäden führen können, wie solche, die sich in Tierversuchen gezeigt haben. Bei zahlreichen Versuchen an Nagetieren und Ratten zeigten sich folgende Effekte:

  • Ein gleiches oder größeres Potential zur Auslösung von Lungenkrankheiten wie Entzündungen und Bindegewebsvermehrungen durch CNT im Vergleich zu anderen inhalierten Partikeln, deren Gefährdungspotenzial bekannt ist (z. B. ultrafeine Kohlenstoffstäube, kristallines Silizium und Asbest).

  • Die frühe Induzierung und Persistenz von Bindegewebsvermehrungen – die immer auf Gewebsschädigungen schließen lassen – in Kurzzeit- und Langzeitversuchen.

  • Eine verminderte Selbstreinigungsfähigkeit der Lunge bei Ratten, die geringen Konzentrationen von CNT ausgesetzt waren.

  • Die lange und gleichzeitig dünne Dimension von CNT ähnelt der von Asbestfasern und es konnte gezeigt werden, dass mehrwandige CNT in der Lage sind, von Lungenalveolen in das Brustfell einwandern können. Das US-National Institute for Occupational Safety and Health stellte in einem jüngst veröffentlichten Bericht, der zurzeit offen für Diskussionsbeiträge ist, fest, dass trotz des noch bestehenden Forschungsbedarfs zur Aufklärung der Wirkung von CNT auf Zellen und Geweben, das Vorsorgeprinzip zur Anwendung kommen sollte, um die Risiken einer beruflichen und privaten Exposition von CNT zu begrenzen (www.cdc.gov/niosh.).


Literatur
WANG, L., S. LUANPITPONG, V. CASTRANOVA, W. TSE, Y. LU, V. PONGRAKHANANON & Y. ROJANASKUL (2011). Carbon nanotubes induce malignant transformation and tumorigenesis of human lung epithelial cells. Nano letters 11(7), 2796-2803.

 


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