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News: Aktuelle Fristen für die Zulassung von Antifoulingprodukten

Die EU-Biozid-Richtlinie wurde 1998 beschlossen und ist seit 01.09.2013 in die EU-Biozid-Verordnung und somit in nationales Recht übergegangen. Für den Bewuchsschutz auf Schiffen und in allen von Seewasser durchflossenen Bereichen auf Schiffen gelten die zwei Produktgruppen 11 und 21. Die beiden Produktgruppen sind wie folgt definiert:

PT 11 Schutzmittel für Flüssigkeiten in Kühl- und Verfahrenssystemen
Produkte zum Schutz von Wasser und anderen Flüssigkeiten in Kühl- und Verfahrenssystemen gegen Befall durch Schadorganismen wie z. B. Mikroben, Algen und Muscheln. Diese Produktart umfasst nicht Produkte zum Schutz von Trinkwasser. Dieses bedeutet, dass die Produktgruppe 11 für alle Seewassereinlässe, Kühl- und Feuerlöschsysteme von Schiffen und Offshore-Anlagen gilt.

PT 21 Antifouling Produkte
Produkte zur Bekämpfung des Wachstums und der Ansiedlung von bewuchsbildenden Organismen (Mikroben und höhere Pflanzen- und Tierarten) an Wasserfahrzeugen, an der Ausrüstung für Aquakultur und anderen im Wasser eingesetzten Bauten.
Die Produktgruppe 21 umfasst alle Antifoulingsysteme, die zum Schutz von Schiffs- und Bootsrümpfen sowie von Aquakulturanalgen eingesetzt werden.

Im Rahmen der Umsetzung der EU-Biozid-Verordnung gelten zurzeit für PT 21 folgende Bestimmungen:

  • Aktueller Bestandsschutz für notifizierte Altbiozide, für die ein Antrag/Dossier eingereicht wurde.

  • Altbiozide ohne gestellten Neuantrag sind seit 2008 verboten (z. B. Diuron, Chlorthalonil).

  • Bis Ende 2015 mussten alle PT 21-Wirkstoffe bearbeitet sein und Dossiers der ECHA vorliegen.

  • Bis Ende 2016 mussten alle Stoffe auf EU-Ebene entschieden sein.

  • Spätestens 2019 muss für alle Produkte eine Zulassung beantragt worden sein damit sie noch verkehrsfähig sind.

  • Voraussichtlich 2020/2021 werden nur noch geprüfte Antifouling-Produkte auf dem EU-Markt sein.
     

Aktueller Stand der Umsetzung
Seit 31. Januar 2014 erfolgten Zulassungen für folgende Wirkstoffe, z. T. mit Einschränkungen:

  • Zineb

  • Isothiazolinon (DCOIT)

  • Tolylfluanid (nicht für Binnengewässer zugelassen!)

  • Kupferpyrithion (nicht für den Do-it-yourself-Bereich zugelassen!)

  • Dikupferoxid

  • Kupferthiocyanat

  • Kupferflocken (beschichtet mit einem Film aus aliphatischer Säure)

  • Tralopyril

  • Medetomidin

Irgarol (Cybutryn) wurde abgelehnt und darf ab 31. Januar 2017 nicht mehr verwendet werden.

Über Dichlofluanid und Zinkpyrithion muss noch entschieden werden. Dabei kann es zu weiteren Einschränkungen bezüglich der Anwendung kommen.


Wirksamkeitsprüfungen
Für zukünftige Antifoulingprodukte werden simulierte Feldtests zur Wirksamkeitsprüfung mit fail/pass Kriterien zur Bewuchsfreiheit vorgeschrieben sein. Das bedeutet, dass Auslagerungen nach standardisierten Bedingungen (CEPE, ASTM) unter typischen marinen oder Süßwasser-Bedingungen durchgeführt werden müssen. Zudem sind die Einreichung weltweit erhobener Daten sowie Nachweise über Feldtests mit Testflächen oder Ganzrumpfbeschichtungen auf Schiffen möglich.

Biozidfreie Systeme
Für AF-Systeme existieren bisher keine Vorschriften für die Dokumentation eines Wirksamkeitsnachweises. Letztendlich ist es aber im Interesse der Reeder und auch der Bootseigner, Produkte zu erwerben, deren Wirksamkeit nicht noch nachgewiesen werden muss, sondern zuvor festgestellt wurde. Für Hersteller biozidfreier Verfahren und Beschichtungen wird daher empfohlen, freiwillig Wirksamkeitsnachweise zu erbringen und die Möglichkeit zu nutzen, gleichzeitig ein Umweltlabel zu beantragen. Geeignete Label in Deutschland bzw. in Europa wären hierzu folgende:

  • DIN EN ISO 14024 Biozidfreie Antifoulingprodukte

  • RAL UZ 110 Umweltschonender Schiffsbetrieb

  • RAL UZ 141 Umweltfreundliches Schiffsdesign


Das erstgenannte Label ist direkt für Antifoulingprodukte entwickelt worden, in den anderen beiden gehen umweltfreundliche Antifoulingprodukte als Bewertungsmaßstäbe in die Bewertung mit ein.

 


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Antifouling-Produktliste 2017
© LimnoMar, Dr. Watermann